Taktisches Geschick und Konzentrationsfähigkeit

 

Die Sportart Badminton ist ein forderndes Spiel, das den gesamten Körper in Bewegung bringt. Durch den Sport, der in einer Halle ausgeübt wird, werden Reflexe und Kondition verbessert. Badminton wirkt sich aber auch auf die Grundschnelligkeit des Sportlers aus, der diese durch das regelmäßige Training vervollkommnen kann. Das Spiel bedarf taktisches Geschick und Konzentrationsfähigkeit. Die langen Ballwechsel fordern den gesamten Körper.

Beim Badminton stehen sich mindestens zwei Spieler gegenüber, die einen Federball in das gegnerische Feld befördern. Dabei benutzen sie einen bespannten Schläger, der von unterschiedlichen Herstellern wie Victor, Oliver oder Adidas gefertigt wird. Durch die Nutzung des Schlägers wird der Ball über ein Netz befördert, dass das Spielfeld teilt. Änderungen der Schlagrichtung lassen sich ohne größere Ausholbewegungen durchführen. Daher ist Badminton ein spannendes und täuschungsreiches Spiel, das viel Taktik erfordert.

Sie benötigen lediglich den richtigen Schläger und einen Gegner, mit dem Sie sich messen können. Durch den Wechsel aus harten, weichen und präzisen Schlägen lässt sich der Gegner besiegen. Hinzu kommen geschickte Finten, durch die der Kontrahent ins Leere läuft. Das Spiel übt eine hohe Faszination aus, der immer mehr Sportler erliegen. Weltweit begeistern sich mehr als 14 Millionen Spieler, die aus 160 Nationen stammen, für diesen fordernden Sport, der bereits vor mehr als einhundert Jahren entstand.

 

Was ist ein Badmintonschläger?

 

Das Sportgerät für Badminton ist ein Schläger. Der Badmintonschläger wird zum Schlagen des Federballes verwendet. Heute wird dieses Gerät von unterschiedlichen Herstellern produziert, die sich auf die Fertigung von professionellen Sportgeräten spezialisiert haben. Die modernen Sportgeräte haben mit den ursprünglichen Schlägern nicht viel gemein. Früher bestanden sie aus Holz, die mit einer Besaitung aus Darm versehen waren. Diese Materialmischung wurde bis in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts verwendet.

Zu Beginn der 60er Jahre wurden Teile des Holzes ersetzt. Der Schaft, der vom Sportler umfasst wird, bestand nun nicht mehr aus Holz, sondern aus Stahl. Dieses Metall wurde rund zehn Jahre nach der Einführung durch ein anderes Material ersetzt. Nun bestanden die Schläger aus Aluminium. Diese Sportgeräte waren wesentlich leichter, sie wogen nur 120 Gramm. Allerdings wurde auch dieses Material in den kommen Jahrzehnten verbessert.

Heutige Schläger bestehen nur noch selten aus Aluminium. Stattdessen wird Karbon verwendet, das mit anderen Materialien wie Titan oder Bor vermengt wird. Dadurch konnte das Gewicht noch einmal reduziert werden, was die Nutzung erleichtert. Die heutigen Schläger, die nach wie vor in einer schwingenden Bewegung genutzt werden, wiegen nur noch zwischen 70 und 100 Gramm.

Aus welchen Materialien besteht ein Badmintonschläger?

Badmintonschläger bestehen aus einem Rahmen und aus einer Besaitung, die sich im Innern des Sportgerätes befindet. Grundsätzlich favorisieren Profis einen steifen Rahmen, durch den präzise Schläge durchführbar sind. Wenn der Rahmen weicher wäre, könnten bei besonders harten Schlägen Vibrationen entstehen, die bei falscher Schlaghaltung zu körperlichen Verletzungen führen.

Viele Einsteiger, die noch nicht häufig auf dem Badmintoncourt gestanden sind, bevorzugen einen flexibleren Rahmen, der bei weichen Schlägen gut verwendet werden kann. Zumeist verzeiht ein derartiger Rahmen viele Fehler, die gerade Anfängern unterlaufen. Bei einem harten Rahmen würde der Ball sich kaum kontrollieren lassen, wenn er nicht richtig getroffen wird. Mit einem flexiblen Rahmen wird der Ball trotzdem über das Netz befördert.

Die Besaitung unterscheidet sich ebenfalls. Anfänger nutzen häufig einen Schläger, der mit günstigen Saiten aus Kunststoff bespannt ist. Fortgeschrittene Sportler steigen auf einen Schläger um, der ebenfalls über Kunststoffsaiten verfügt, die allerdings mehrfach verflochten sind. Dadurch entsteht eine höhere Ballkontrolle bei harten Schlägen, die durch die Erfahrung möglich werden.

Selten werden auch Schläger angeboten, die mit Saiten aus Naturdarm bespannt sind. Derartige Sportgeräte werden oftmals von Profis genutzt, die bei großen Turnieren antreten. Diese Sportler spannen ihre Schläger wesentlich härter als Anfänger. Einsteiger nutzen zunächst einen weicheren Schläger, der sich einfacher verwenden lässt, weil der Bereich, auf den der Ball trifft, wesentlich größer ist. Das erleichtert den Einstieg. Nach einiger Zeit können auch Anfänger mit anderen Schlägern schlagen, die von Profis verwendet werden.

Wie funktioniert ein Badmintonschläger?

Der Badmintonschläger wird zur Ausübung der spannenden Sportart verwendet, die dem Schläger ihren Namen gegeben hat. Bei diesem aufregenden Rückschlagspiel stehen sich entweder zwei Spieler im Einzel oder vier Spieler im Doppel gegenüber. Sie nutzen dabei ein Feld, das an einen Tenniscourt erinnert. Allerdings ist das Spielfeld wesentlich kleiner. Auch die Schläger unterscheiden sich deutlich. Im Vergleich mit dem Gerät, das Tennisspieler benutzen, ist der Badmintonschläger wesentlich leichter.

Mit dem Badmintonschläger, der mit der Schlaghand kontrolliert wird, lässt sich der Spielball über das Netz bewegen, das das Spielfeld unterteilt. Es handelt sich um einen Federball, der nicht den Boden berühren darf. Aufgrund seines Feder- oder Plastikkranzes besitzt der Ball ganz besondere Flugeigenschaften. Er wird so geschlagen, dass eine gummierte Rundung getroffen wird. Dabei müssen Spielerinnen und Spieler darauf achten, dass der Schläger nach Möglichkeit mittig auf den Ball trifft.

Wenn der Ball das Spielfeld verlässt oder den Boden berührt, ist der Punkt verloren. Ein Punkverlust tritt auch ein, wenn sich der Ball im Netz verfängt oder Decken und Wände berührt. Daher müssen die Nutzerinnen und Nutzer des Schlägers den Ball ganz genau treffen. Sie verwenden die Besaitung ihres Schlägers, um das Spielgerät in die gewünschte Richtung zu schlagen.

Die Mischung aus Besaitung, Rahmen und Spielball führt zu schnellen Ballwechseln, die viel Kondition und Kraft erfordern. Allerdings lassen sich mit dem Badmintonschläger auch kunstvolle Schwünge durchführen, durch die der Ball verlangsamt wird, was Gegnerinnen und Gegner irritieren kann. So wechseln rasante und verlangsamte Schläge, was zu fordernden Auseinandersetzungen führt, die sportliche Menschen begeistern.

Unterschiedliche Arten von Badmintonschlägern

Bereits seit 1984 werden die Maße des Schlägers durch die offiziellen Badminton-Regeln des Weltverbandes für diese Sportart definiert. Die Regularien besagen, dass der Schlägerrahmen die Länge von 68 Zentimetern nicht überschreiten darf. Der Schläger darf zudem nicht breiter als 23 Zentimeter sein. Selbstverständlich darf an dem Schlaggerät kein Gegenstand befestigt werden. Auch die normierte Form des Schlägers darf nicht verändert werden.

Die Besaitung des Sportgerätes ist ebenfalls durch das Regelwerk festgelegt. Es spricht in diesem Punkt davon, dass die Saiten einheitlich und eben sein müssen. Es legt auch fest, dass diese aus einem sich kreuzenden Muster bestehen. Grundsätzlich darf die Besaitung nicht länger als 28 Zentimeter sein. In der Breite ist ein maximaler Abstand von 22 Zentimetern möglich. Allerdings darf die Besaitung in den Hals des Badmintonschlägers verlängert werden.

Die Hersteller von Sportartikeln bieten passende Schläger an, die dem offiziellen Regelwerk entsprechen. Obwohl diese ähnliche Maße aufweisen, unterscheiden sie sich deutlich. Es gibt einerseits Schläger, die von professionellen Sportlern genutzt werden, andererseits werden solche produziert, die vor allem von Einsteigern verwendet werden, die die aufregende Sportart erlernen möchten.

Erfahrene Spieler nutzen häufig einen Badmintonschläger, dessen Kopf ein erhöhtes Gewicht besitzt. Mit diesen Sportgeräten lassen sich besonders harte Schläge durchführen. Derartige Schläger eignen sich hervorragend für offensive Spieler, die das gesamte Feld nutzen, um den Gegner unter Druck zu setzen. Die Modelle besitzen eine passende Bespannung, die oftmals aus geflochtenen Kunststoffsaiten oder seltener aus Naturdarm bestehen.

Einsteiger, die noch nicht häufig auf dem Badmintoncourt gestanden sind, favorisieren meistens andere Schläger. Sie nutzen grifflastige Modelle, die sich defensiver verwenden lassen. Die hohen Geschwindigkeiten, mit denen Profis den Federball schlagen, werden mit diesen Schlägern nicht erreicht. Diese Sportgeräte, die zumeist wesentlich günstiger offeriert werden, verfügen häufig über eine Bespannung aus einfachem Kunststoff.

Der Rahmen unterscheidet sich selten. Allerdings bevorzugen Profis häufig sehr leichte Schläger, die auch aus Karbon oder Titan bestehen. Durch die Verwendung dieser Metalle wird das Gewicht reduziert. Derartige Schläger wiegen häufig nicht mehr als 80 Gramm. Einsteiger nutzen häufig einen etwas schwereren Schläger, was die Kontrolle erleichtern kann, weil eine höhere Schwungmasse zur Verfügung steht. Experten empfehlen, dass Anfänger einen Schläger verwenden sollten, der mindestens 90 Gramm schwer ist.

Worauf beim Kauf zu achten ist

Wenn Sie das spannende Spiel genießen wollen, benötigen Sie nur einen einfachen Federball und die dazu passenden Schläger. Allerdings sollten Sie auf keinen Fall zum erstbesten Gerät greifen. Schließlich existieren mehr als 1.000 unterschiedliche Modelle, die sich deutlich unterscheiden. Damit die Gefahr eines Fehlkaufs reduziert wird, sollten unterschiedliche Kriterien in die Kaufentscheidung einfließen.

Die gute Nachricht vorweg: Die Länge und die Stärke des Griffes ist nicht entscheidend. Es gibt aber andere Punkte, die Sie unbedingt berücksichtigen sollten. Achten Sie zum Beispiel auf die Balance, durch die sich die Badmintonschläger differenzieren lassen. Machen Sie sich aber auch über die Größe des Schlagkopfes und die Art der Bespannung Gedanken. Das Material und die Verarbeitung sollten ebenfalls bei der endgültigen Entscheidung für einen Schläger berücksichtigt werden.

Die Balance ist das wichtigste Kriterium, weil sie sich deutlich auf die Spieltechnik auswirkt. Grundsätzlich wird zwischen kopflastigen und eher grifflastigen Badmintonschlägern unterschieden. Es gibt zudem Modelle, die das Gewicht auf den Kopf und auf den Griff verteilen. Für Einsteiger empfiehlt sich ein Schläger, dessen Gewicht sich vor allem im Griff befindet. Diese Geräte lassen sich leichter kontrollieren. Daher können Sie nach kurzer Zeit schon sehr präzise Bälle spielen.

Wenn Sie bereits einige Zeit auf dem Badmintoncourt verbracht haben, ist ein kopflastiger Schläger eine Alternative. Mit diesem können Sie wesentlich offensivere Schläge durchführen, wodurch ein aggressives Angriffsspiel möglich wird. So lässt sich der Federball mit derartigen Schlägern sogar schmettern, wodurch hohe Geschwindigkeiten erreicht werden.

Wenn der Kopf des Schlägers relativ klein ist, kann der Spielball wesentlich schwerer getroffen werden. Als Einsteiger sollten Sie daher eher einen Badmintonschläger verwenden, der über einen großen Kopf verfügt. So lässt sich der Spielball viel einfacher über das Netz befördern. Erfahrene Profis nutzen dagegen häufig einen kleinen Schlagkopf, weil sich dadurch das Gewicht reduziert.

In den Fabriken der Hersteller wird nicht nur der Rahmen des Schlägers produziert, sondern auch mit Saiten bespannt. Zwar lassen sich die Schläger zumeist neu bespannen, allerdings sollten Sie sich von vornherein für das passende Modell entscheiden, damit diese Arbeit nicht durchgeführt werden muss. Erfahrene Spieler nutzen häufig geflochtene Besaitungen aus Kunststoff, die eine Härte von bis zu 16 Kiloramm besitzen. Anfänger verwenden andere Besaitungen, die ebenfalls aus Kunststoff geschaffen werden. Diese Besaitungen besitzen häufig eine Härte zwischen 7 und 13 Kilogramm.

Die weichere Bespannung führt zu einer erhöhten Geschwindigkeit des Spielballs, der auch mit wenig Kraft auf die gegnerische Seite des Spielfeldes gelangt. Allerdings lassen sich mit diesen Schlägern nicht so präzise Bälle spielen. Hohe Präzision entsteht durch eine härtere Bespannung, für die allerdings mehr Kraft erforderlich ist. Anfänger sollten aus diesem Grund zunächst einen Schläger verwenden, der weicher bespannt ist.

Oftmals geben die Hersteller an, wie flexibel der Badmintonschläger zu handhaben ist. Je flexibler sich das Sportgerät verwenden lässt, desto einfacher kann es genutzt werden. Derartige Modelle sind gut für Einsteiger geeignet, die noch nicht häufig einen Federball geschlagen haben. Auch Kinder verwenden flexible Badmintonschläger, die weitaus weniger Kraft erfordern. Ein weiterer Vorteil dieser Geräte besteht in der Tatsache, dass der Arm nicht so stark belastet wird. Profis nutzen hingegen steifere Badmintonschläger, für die eine gewisse Schlagtechnik beherrscht werden muss.

Der Rahmen der Schläger besteht aus unterschiedlichen Materialien. Wer nur wenig Geld investieren möchte, sollte zu einem Modell aus Aluminium greifen. Diese einfachen Schläger eignen sich gut für den Freizeitsport. Wer häufiger Badminton spielen will, sollte allerdings ein etwas teureres Sportgerät kaufen, das auch aus Karbon oder Titan besteht. Diese langlebigen und robusten Materialien werden zur Fertigung von besseren Schlägern verwendet, die allerdings etwas teuer sind.

Zubehör zum Schläger

Weil ein einzelner Schläger nicht ausreicht, um Badminton zu spielen, bieten verschiedene Hersteller unterschiedliches Zubehör an. Einige Unternehmen offerieren zum Beispiel die passenden Netze, die sich sogar im Garten errichten lassen. Neben Netzen wird oftmals eine Spieltafel offeriert, auf die der Spielstand ersichtlich ist. Derartige Tafeln bestehen aus Ziffernblättern, durch die das Ergebnis von Sätzen und Punkten festgehalten wird. Oftmals verfügen die Zifferntafeln über einen Verriegelungsmechanismus, so dass der Spielstand kaum manipuliert werden kann. Daher werden sie auch bei Wettkämpfen verwendet.

Der Badmintonschläger nutzt vor allem im Griffbereich ab. Daher bieten einige Hersteller selbstklebende Griffbänder an, durch die dieser Bereich erneuerbar ist. Die Bänder, die sich sehr einfach anbringen lassen, verbessern häufig den Griff. Schließlich bestehen sie auch aus einer Anti-Rutsch-Beschichtung, durch die kein Schweiß eindringen kann. Daher muss ein alter Badmintonschläger nicht zwangsläufig durch ein neues Sportgerät ersetzt werden, wenn ein Griffband angebracht wird.

Falls die Besaitung durch heftige Schläge beschädigt wird, ist ebenfalls passendes Zubehör erhältlich. Schließlich bieten unterschiedliche Hersteller separat die Saiten an, die in das Sportgerät eingebracht werden können – dabei kann es sich um einfache, aber auch um hochwertigere handeln. Zusatzzubehör kann ebenfalls erworben werden. Verschiedene Sportgeschäfte empfehlen zum Beispiel Turnschuhe und Sportbekleidung, die speziell für den Badmintonsport kreiert wurden. Allerdings sind diese zusätzlichen Artikel nicht zwangsläufig erforderlich, wenn Sie den Federball über ein Netz schlagen wollen. Einfache Sportschuhe, eine Trainingshose und ein T-Shirt reichen aus, wenn Sie den richtigen Schläger besitzen.

Tipps für ein spannendes Badmintonspiel

Damit ein aufregendes Match zwischen den Kontrahenten entsteht, die sich auf dem Badmintoncourt gegenüberstehen, sollten sich die Sportlerinnen und Sportler zunächst vorbereiten. Danach ist die Körperhaltung wichtig, die über Sieg und Niederlage entscheiden kann. Durch trickreiche Schläge können Sie im Anschluss den Gegner irritieren. Wenn Sie die Schläge in unterschiedlichen Varianten kombinieren, werden Sie den Kontrahenten über den Platz jagen. Mit unseren Tipps und Tricks entsteht ein spannendes Spiel, das auch zufällig anwesende Menschen begeistern kann.

Die Geschichte des Badmintons

Schon lange Zeit bevor der Name Badminton entstand, existierten Rückschlagspiele, die an den heutigen Federballsport erinnern. So belegen Höhlenzeichnungen aus Indien, dass dort schon vor mehr als 2.000 Jahren eine ähnliche Sportart praktiziert wurde. Dabei wurden abgeflachte Schläger verwendet, um einen kleinen Holzball zu bewegen, der mit Hühnerfedern bestückt war. In Südamerika wurden ähnliche Sportarten gespielt. Schließlich waren Rückschlagspiele, bei denen ebenfalls ein gefiederter Ball geschlagen wurde, bereits bei den Inkas und bei den Azteken bekannt.

Im Zeitalter des Barock entstand auch in Europa eine Sportart, die eine Grundlage für das moderne Badminton wurde. Damals spielte der höfische Adel mit einem Federball und einfachen Schlägern. Die beliebte Freizeitbeschäftigung war unter dem Namen Jeu de Volant oder Battledore bekannt. Damals ging es allerdings nicht darum, den Gegner zu besiegen. Stattdessen galt es als Ziel, den per Schläger bewegten Ball so oft wie möglich hin und her zu spielen, ohne dass das Spielgerät den Boden berührte. Damals kämpften adlige Familien um Rekorde. Im Jahr 1830 schlugen Mitglieder der Familie Summerset 2.117-mal gegen den Ball, bevor er zu Boden ging.

Geschichte der All England Badminton Championship

Die Entstehung des modernen Badmintons

Einige Jahrzehnte später ging aus dem freundlichen Ballwechsel die heutige Sportart Badminton hervor. Der Name des Spiels geht auf den Landsitz des Duke of Beaufort zurück, der in der britischen Grafschaft Gloucestershire residierte. Dort befand sich sein Landhaus, das den Namen Badminton House trug. Auf diesem Landsitz stellte 1872 ein Offizier, der in Indien gedient hatte, eine Sportart vor, die er als Poona bezeichnete. Diese aus Indien stammende Sportart wurde fortentwickelt.

Das entstehende Badmintonspiel sollte sich in den folgenden Jahren in ganz Großbritannien verbreiten. Schon im Jahr 1893 entstand in England der erste Badmintonverband. Wenige Jahre später wurden Meisterschaften ausgetragen. Ab 1899 wurden die All England Championships organisiert, die auch noch heute ein Event für Badmintonprofis ist. Um die Jahrhundertwende gab es in Großbritannien allerdings kaum Sporthallen. Stattdessen wurde Badminton an ungewöhnlichen Orten praktiziert. So wurde in Mittelschiffen von Kirchenhäusern gespielt, während die Zuschauer auf den Bänken der Gotteshäuser Platz nahmen.

In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde der Sportart auf dem gesamten europäischen Festland nachgegangen. Badminton wurde aber auch in den Vereinigten Staaten von Amerika gespielt. Die Sportler vereinigten sich 1893 zu einem weltweiten Dachverband, der bis in die Gegenwart existiert. Die Badminton World Federation (BWF) organisiert unter anderem die jährlichen Weltmeisterschaften. In Kooperation mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) veranstaltet der Verband auch die Wettbewerbe, die während der Olympischen Spiele ausgetragen werden.

 

Badminton in Deutschland

In Deutschland entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts die ersten Sportvereine, in denen Badminton gespielt wurde. So wurde schon 1902 der erste Badminton-Verein auf dem europäischen Festland gegründet. Damals entstand der Bad Homburger Badminton-Club. Dem Verein fehlten allerdings Federbälle und die dazu passenden Schläger. Deswegen löste sich der Zusammenschluss bereits nach wenigen Jahren auf.

Erst in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kam die Sportart erneut nach Deutschland. Sie wurde auch durch britische Soldaten importiert, die in der entstehenden Bundesrepublik stationiert waren. Dank der englischen Armeemitglieder erfuhr die Sportart auch hierzulande einen gewaltigen Popularitätsschub.

Am 17. und 18. Januar 1953 wurden die ersten Deutschen Meisterschaften in Wiesbaden ausgetragen. Damals kämpften die Sportler aber nicht nur um den Meistertitel, sondern schlossen sich zu einem bundesweiten Sportverband zusammen. Schließlich entstand während des Meisterschaftswochenendes der Deutsche Badminton Verband (DBV), der sich wenig später dem internationalen Zusammenschluss der Badmintonspieler anschloss. Die Gründung des Verbandes, der bis in die Gegenwart existiert, geht maßgeblich auf einen Industriellen zurück, der in der Gegenwart fast vergessen ist.

Hans Riegel, der Begründer des Unternehmens HARIBO, war ein begeisterter Spieler. Als erster Präsident des deutschen Verbandes tat er viel, damit sich die Sportart verbreitete. So errichtete der Konzerninhaber 1953 die erste deutsche Halle für den Badmintonsport, die auf dem Betriebsgelände von HARIBO in Bonn-Kessenich errichtet wurde. Hans Riegel war zudem ein Initiator für das wichtigste Badmintonturnier der Bundesrepublik. Schließlich werden seit 1955 die German Open ausgetragen, die durch den großen Mäzen des Badmintons unterstützt werden.

 

Boom des Badmintons

In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts erlebte Badminton einen enormen Boom. Damals wurden zahlreiche Hallen errichtet, in denen die schnelle Sportart praktiziert wurde. In dieser Dekade stiegen die Mitgliedszahlen von Vereinen und Verbänden enorm an. Dieser Trend setzte sich bis in die 80er Jahre fort, als zahlreiche Tennishallen umgebaut wurden. Dort konnte nun nicht mehr nur Tennis, sondern auch Squash und Badminton gespielt werden. Die Popularität der Sportart war allerdings nicht nur in Deutschland zu beobachten.

Auf der ganzen Welt praktizierten Sportler das Rückschlagspiel. Durch die zunehmende Professionalisierung konnte sich die Sportart ihren Platz bei den Olympischen Spielen erkämpfen. So wurde Badminton 1988 in Soul als Vorführsportart eingeführt, bevor es 1992 bei den Olympischen Spielen von Barcelona endgültig ins Programm aufgenommen wurde. Schon 1996 wurden sämtliche Badminton-Disziplinen während der Spiele von Atlanta praktiziert.

Bereits seit 1977 finden Einzelweltmeisterschaften statt, die ab 1983 im zweijährigen Rhythmus ausgetragen werden. Auch im Doppel werden Wettbewerbe organisiert. Der wichtigste ist der Thomas-Cup für Herren, der bereits seit 1949 stattfindet. Im Uber-Cup treten Damen-Nationalteams an. Seit 1989 existiert auch ein Wettbewerb, bei dem gemischte Doppels um den Sieg kämpfen. Damals wurde der Sudirman-Cup zum ersten Mal organisiert, der seitdem alle zwei Jahre stattfindet.

 

Badminton – auf der ganzen Welt beliebt

Die internationalen Wettbewerbe tragen zur Faszination bei, die die Sportart auf viele Menschen ausübt. In Deutschland gibt es heute rund 4,5 Millionen Menschen, die in ihrer Freizeit zum Schläger greifen. Zudem sind 217.000 Spieler in 2.700 Badmintonvereinen organisiert. Diese beteiligen sich an Wettbewerben, die in der ganzen Republik ausgetragen werden.

Badminton ist in der Gegenwart allerdings nicht nur in Deutschland populär. Noch erfolgreicher ist die Sportart in asiatischen Ländern. Dort lernen Sportler das Spiel, die bei den Weltmeisterschaften und bei den Olympischen Spielen überaus erfolgreich sind. Schließlich kommen die besten Spieler der Welt aus China, Korea und Indonesien. Diese Athleten organisieren sich ebenfalls im weltweiten Dachverband, der der Zusammenschluss der Badmintonspieler ist.

Die Badminton World Federation (BWF) umfasst heute Mitglieder aus 156 Nationen. Insgesamt sind mehr als 14 Millionen Menschen in diesem Dachverband organisiert. Sie praktizieren das schnelle Spiel, dessen Ursprünge sich bis in die ferne Vergangenheit der Azteken und Inkas zurückverfolgen lassen. Sie schlagen den Ball über das Netz, indem Sie in die Fußstapfen von Adligen treten, die die Sportart später in Europa verbreiteten.

Profis auf dem Badmintoncourt – Stars im Portrait

 

Zwar wurde der moderne Badmintonsport im britischen Empire erfunden, allerdings stammen weltberühmte Sportler heute aus anderen Regionen. Die besten Spieler der Welt werden in Asien geboren. Vor allem in China, Indonesien und Korea ist die Sportart mit dem Federball sehr populär. Dort wird das Rückschlagspiel bereits in sehr jungen Jahren unter professionellen Bedingungen trainiert.

Die Jugendförderung führt zur Dominanz der asiatischen Athleten, die die Weltranglisten beherrschen. Allerdings gibt es auch Sportler aus Europa, die den Wettkämpfern aus Asien starke Konkurrenz machen. Dänemark und Deutschland ist die Heimat von Spitzenathleten, die ebenfalls Badminton spielen. Wir stellen die berühmtesten Athleten vor, die den Federball mit einem Tempo von mehreren hundert Kilometern über die Netze schlagen.

Aus der Volksrepublik China stammt der Athlet Lin Dan, der 1983 geboren wurde. Viele Experten glauben, dass der derzeit aktive Sportler der beste Badmintonspieler aller Zeiten ist. Lin Dan gewann bei den Olympischen Spielen zwei Mal die Goldmedaille. Im Einzel wurde er zudem fünf Mal Weltmeister. Der asiatische Athlet, der in der Großgemeinde Linjiang zur Welt kam, ist der einzige Spieler, der den sogenannten „Super Grand Slam“ erringen konnte, weil er alle wichtigen Turniere gewann. So siegte Dan nicht nur bei den Olympischen Spielen, sondern gewann auch die All England Meisterschaften, den Thomas Cup und die BWF World Superseries.

Lin Dan ist der einzige Spieler, der im Herreneinzel bei zwei aufeinanderfolgenden Olympischen Spielen siegen konnte. Er gewann nicht nur 2008 in Peking, sondern auch 2012 in London. Die vorbildlichen Leistungen haben viele Fans des Badmintons begeistert. Allerdings machte Lin Dan auch negative Schlagzeilen. So geriet er am 10. April 2009 in die Kritik, als der den chinesischen Trainer Ji Xinpeng während eines Turniers körperlich attackierte. Seine Karriere konnte der tätowierte Athlet trotz dieses Übergriffs fortsetzen.

Die Karriere eines anderen Spitzensportlers, der ebenfalls Badminton spielt, wurde zumindest zeitweilig beendet, als der Athlet in die Schlagzeilen geriet. Es handelt sich um Lee Chong Wei, der einer der größten Konkurrenten von Lin Dan ist. Der am 21. Oktober 1982 geborene Sportler war ebenfalls bei den Olympischen Spielen erfolgreich, bevor er aufgrund eines Dopingverdachts zeitweilig gesperrt wurde. So gewann Lee Chong Wei bei den Spielen von Peking und London die Silbermedaille, nachdem er Lin Dan unterlag.

Siegen konnte Lee Chong Wei aber bei anderen Turnieren. Der Athlet gewann zum Beispiel die Asienmeisterschaft, siegte bei den Commonwealth Games und beherrschte unterschiedliche Superseries-Turniere. Der malaysische Badmintonspieler stand zwischen dem 21. August 2008 und dem 14. Juni 2012 für stolze 199 Wochen auf dem ersten Platz der Weltrangliste. Er ist damit der erste Badmintonspieler aus Malaysia, der über mehr als ein Jahr die Weltrangliste anführte. In seiner Heimat ist Lee Chong Wei äußerst populär. Selbst die Dopingvorwürfe, die im November 2014 aufkamen, haben die Popularität nicht geschmälert.

Erfolgreiche Badmintonspieler kommen aber nicht nur aus Asien. In Dänemark ist die Sportart ebenfalls sehr beliebt. Dort werden die großen Turniere von zehntausenden Menschen besucht, die über lange Zeit ein großes Idol besaßen. Aus Dänemark stammt Peter Gade, der zu den populärsten Sportlern des Landes gehörte, bevor er 2012 seinen Rücktritt erklärte. Bis zu diesem Zeitpunkt war Gade, der durch seine faire Spielweise zahlreiche Anhänger gewann, auch bei internationalen Turnieren sehr erfolgreich.

Insgesamt führte der dänische Athlet zwischen 1997 und 2001 über 146 Wochen die Weltrangliste der Herren an. Bei den Weltmeisterschaften reichte es immerhin für vier Bronzemedaillen. Noch erfolgreicher war Gade bei internationalen Turnieren. Schließlich konnte er während seiner aktiven Karriere viermal die Korea Open, zweimal die Malaysia Open und zweimal die Japan Open für sich entscheiden. Insgesamt siegte Gade bei 31 Turnieren. Allerdings gelang es dem Sportler nie, bei den Olympischen Spielen zu gewinnen.

Während der Turniere traf Gade auch auf Sportler aus Deutschland. Dort leben einige Athleten, die ebenfalls erfolgreiche Badmintonspieler sind. Aus der Bundesrepublik stammt zum Beispiel Marc Zwiebler, der als der beste Spieler des Landes gilt. Er wurde mehrmals Meister im Herreneinzel, trat aber auch bei den Olympischen Spielen in Erscheinung. Bei den Spielen von Peking musste sich Zwiebler, der 1984 in Bad Godesberg geboren wurde, allerdings bereits im Achtelfinale geschlagen geben.

Mehrmals sorgte der deutsche Sportler bei internationalen Turnieren für Aufsehen. So schlug er 2008, während des berühmten All England Turniers, den damaligen Weltmeister Chen Jin in zwei furiosen Sätzen. Im Halbfinale verlor Zwiebler allerdings gegen den bereits erwähnten Athleten Lin Dan, der in drei Sätzen siegte. Während sich Zwiebler bei den Olympischen Spielen nicht durchsetzen konnte, siegte er bei mehreren Europameisterschaften. Das ist sicherlich ein Grund, warum der Sportler zwischen 2008 und 2013 regelmäßig zum deutschen Badmintonspieler des Jahres ernannt wurde.

Aus Deutschland stammen nicht nur männliche Badmintonsportler, sondern auch weibliche Athletinnen, die überaus erfolgreich waren. So belegte Juliane Schenk, die im Jahr 1982 in Krefeld zur Welt kam, über mehrere Jahre Spitzenpositionen in der Weltrangliste. Die Athletin, die als Sportsoldatin der Bundeswehr aktiv war, gewann unzählige Turniere. Dabei war sie nicht nur im Einzel- sondern auch im Doppel sehr erfolgreich. Schenk konnte mit ihren Teammitgliedern im Jahr 2012 die Goldmedaille bei der Mannschafteuropameisterschaft gewinnen.

Schenk spielte nicht nur in Deutschland, sondern auch in Asien. In China und Indonesien war die Sportlerin bekannter als in der Bundesrepublik. Während sie in der deutschen Bundesliga vor 500 Zuschauern spielte, schlug sie in Asien vor 10.000 Menschen auf. Nach erfolgreichen Jahren kam es zu Auseinandersetzungen. So wurde die Spitzensportlerin im Jahr 2013 aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen, obwohl sie weiterhin sehr erfolgreich war. Trotz Ausschluss rangierte die Einzelkämpferin zeitweilig auf dem zweiten Platz der Damen im Einzel.

Zum Jahresende 2014 beendete Schenk endgültig ihre Karriere. Ihr Rücktritt hinterlässt eine große Lücke, die von anderen Sportlerinnen gefüllt werden wird. In Asien, Amerika, Australien und Europa trainieren junge Athleten regelmäßig, um in die großen Fußstapfen der gefeierten Vorbilder zu treten, die Stärken und Schwächen besitzen. So werden in einigen Jahren andere Sportler die Weltranglisten beherrschen, die heute für künftige Erfolge arbeiten.

Die einzigartigen Leistungen von Juliane Schenk und Lin Dan werden ein Ansporn sein. Als Inspiration dürften auch die Erfolge von Lee Chong Wei und Peter Gade dienen, die sich durch ihre Erfolge in die Geschichte einschrieben. Die erstaunlichen Werke der Spitzensportler werden auch Hobbyathleten begeistern, die das erste Mal zum Badmintonschläger greifen.

Fortentwicklungen des Badmintons – neue Trends im Überblick

 

Seit mehr als einhundert Jahren wird in Hallen Badminton zelebriert. Nicht nur Amateure, sondern auch Profis schlagen den Federball, der Geschwindigkeiten von mehreren hundert Stundenkilometern erreichen kann. Aus der klassischen Sportart entstand in den vergangenen Jahren ein neuer Trend, der immer mehr Menschen begeistert. Diese spielen nicht mehr nur das klassische Badminton, für das eine präparierte Halle gebraucht wird, sie erfreuen sich am neuartigen Speed Badminton. Wir stellen die brandneue Sportart vor, die im Freien gespielt wird.

Speed Badminton ist eine Weiterentwicklung des klassischen Badmintons, aus dem es zahlreiche Elemente übernommen hat. Die Idee für den Sport geht auf den in Berlin lebenden Seemann Bill Brandes zurück, der Badminton nicht mehr nur in der Halle spielen wollte. Er entwarf einen besonderen Federball, der im Vergleich zum klassischen Badmintonball ein wesentlich höheres Gewicht besitzt. Aufgrund der Gewichtszunahme wird das Sportgerät nicht zum Spielball der Lüfte. Er erlaubt ein hohes Spieltempo, für das viel Kondition erforderlich ist, damit rasante Ballwechsel zustande kommen.

Schläger und Bälle für den Freizeitsport

Als Bill Brandes im Jahr 2001 die neue Sportart erdachte, war ein Erfolg noch nicht absehbar. Mittlerweile werden sogar Weltmeisterschaften ausgetragen. Vor allem im deutschsprachigen Raum existieren Vereine, in denen sich Speed Badminton Spieler organisieren. Diese verwenden besondere Bälle und spezifische Schläger. Die Bälle werden als „Speeder“ bezeichnet. Diese sind in unterschiedlichen Formen erhältlich. Neben dem „Fun Speeder“, der für das Training geeignet ist, gibt es „Match Speeder“, die Geschwindigkeiten von bis zu 290 Stundenkilometern erreichen.

Die Hersteller der Bälle offerieren auch „Night Speeder“, die auch unter dunklen Lichtverhältnissen verwendbar sind. Allerdings erfordert die neuartige Sportart nicht nur besondere Bälle, sondern auch andere Schläger. Die klassischen Badmintonrackets werden nicht verwendet. Stattdessen nutzen die Spieler solche, die wesentlich schwerer sind. Die gängigen Speed Badminton Schläger wiegen etwa 180 Gramm. Zum Vergleich: Klassische Badmintonschläger sind nur 100 Gramm schwer. Profis nutzen sogar Rackets, die lediglich 80 Gramm wiegen.

Weil für das Speed Badminton kein Netz erforderlich ist, kann an unterschiedlichen Standorten gespielt werden. Die Athleten, die sich für die Fortentwicklung des Badmintons begeistern, spielen zum Beispiel in Parks, auf Tenniscourts und in Sporthallen. Gerade im Freien sind die Teilnehmer nicht an die Lichtverhältnisse gebunden, weil der Sport sogar im Dunkeln praktiziert werden kann. Ideal für gestresste Menschen, die nur wenig Zeit haben, um sich sportlich zu betätigen.

Wie Speed Badminton gespielt wird

Bei der neuen Trendsportart stehen sich die Spieler auf zwei Feldern gegenüber, die durch kein Netz getrennt werden. Die Maße der Felder betragen 5,50 mal 5,50 Meter. Zwischen diesen Arealen befindet sich eine Fläche, die 12,80 Meter lang ist. Damit ist der Court, der für das Speed Badminton verwendet wird, halb so groß wie ein Tennisplatz. Daher kann dieses neuartige Spiel auch auf halben Tennisplatzen praktiziert werden.

Das Regelwerk erinnert an andere Rückschlagsportarten wie Badminton, aus dem der Trendsport hervorgegangen ist. Die Spieler versuchen, den Spielball im Feld des Gegners auf den Boden zu bringen. Wenn dieses Manöver gelingt, erhält der Spieler einen Punkt. Falls der Ball aber ins Aus geschlagen wird, erhält der Kontrahent den Punkt.

Wer zuerst 16 Punkte gesammelt hat, hat den Satz gewonnen. Zum Gewinnen des gesamten Spiels müssen drei Sätze siegreich beendet werden.

Speed Badminton ist flexibler als andere Rückschlagsportarten. Schließlich benötigen Sportler kein Netz, über das der Ball geschlagen wird. Dafür werden unterschiedliche Schlagtechniken eingesetzt, die aus dem klassischen Badminton bekannt sind. So erinnert der Aufschlag frappierend an die ursprüngliche Sportart, aus denen Speed Badminton hervorging. Allerdings werden auch Techniken von anderen Sportarten wie Tennis angewendet. Spieler verwenden zum Beispiel den sogenannten Drive, der ein Grundschlag des Tennissports ist.

Sportart für Einsteiger und Profis

Einsteiger, die bereits Badminton oder Tennis gespielt haben, werden die Techniken übernehmen können, wenn sie zum ersten Mal das neuartige Spiel genießen, das zum Trend geworden ist. Allerdings können auch andere Menschen, die noch nie einen Schläger geschwungen haben, schnell erfolgreich sein. Schließlich begeistert Speed Badminton gerade, weil sich Fortschritte in kurzer Zeit einstellen können. Dabei werden unter anderem Schnelligkeit und Ausdauer trainiert.

Das Reaktionsvermögen kann durch die neue Trendsportart ebenfalls verbessert werden. Beim Schlagen des Balls werden unterschiedliche Muskelgruppen angesprochen. Durch die ständigen Bewegungen wird die Fitness umfassend trainiert. Weil während des Spiels viel gesprungen und gelaufen wird, kann sich die Kondition signifikant verbessern. Auch in diesem Punkt erinnert die neue Sportart, die in den Parks von großen Städten wie Berlin, Hamburg und München zum Alltag gehört, an das klassische Badminton.

Badminton wird in Hallen gespielt. Diese können manchmal auch des Nachts betreten werden. Aufgrund der Öffnungszeiten ist das Spielen aber nicht immer möglich. In diesem Fall kann das neue Speed Badminton eine Alternative sein. Schließlich bieten Hersteller die bereits erwähnten „Night-Speeder“ an, die mit einem Knicklicht ausgestattet sind. An anderen Orten, die ganz besonders dunkel sind, wird mit Schwarzlicht gespielt, was viel Geschick erfordert.

Speed Badminton, deutsche Meisterschaft

Im Verein zur Meisterschaft

Vor allem in der Bundesrepublik, dem Land das Speedminton hervorbrachte, existieren zahlreiche Vereine, in denen sich die Freunde der neuen Sportart organisieren. Mittlerweile gibt es sogar eine erste und zweite Bundesliga, die allerdings noch nicht das Niveau erreicht hat, für das der professionelle Badmintonsport bekannt ist. Die mehr als 40 Vereine sind im Deutschen Speed Badminton Verband (DSBV) organisiert. Sportliche Zusammenschlüsse existieren aber auch in anderen Ländern wie Österreich und Italien.

Am 26. und 27. August 2011 wurde die erste Weltmeisterschaft ausgerichtet. Diese fand in Berlin statt, in der die neue Trendsportart erdacht wurde. Einen Tag zuvor wurde der Weltverband der Speed Badminton Spieler begründet. Die stolzen Gründungsmitglieder beteiligten sich an den kommenden Tagen auch an der Weltmeisterschaft, die auf dem Gelände des LTTC Rot-Weiß Berlin ausgetragen wurde. Dort befindet sich auch das berühmte Steffi-Graf-Stadion, in dem die Endspiele stattfanden.

An der ersten Weltmeisterschaft nahmen 370 Menschen teil, die aus 29 Nationen kamen. An dem Ereignis beteiligten sich auch Athleten, die ihre Karriere als klassische Badmintonspieler begannen. So gewann die 1987 geborene Athletin Janet Köhler, die schon bei den deutschen Badmintonmeisterschaften Medaillen errungen hatte, die Weltmeisterschaft der Damen. Andere Teilnehmer konnten ebenfalls ihre Erfahrungen nutzen, die sie im klassischen Badminton gesammelt hatte. So zeigt sich, dass die neue Trendsportart nicht im Widerspruch zum klassischen Badminton steht. Wenn Sie sich für diesen Sport begeistern, sollten Sie sich vielleicht auch am neuen Trend versuchen.